Brüssel-Dialog zum Klimaschutzpotenzial des Metallrecyclings

04.10.2016

Das Circular Economy Paket der Europäischen Kommission befindet sich derzeit in der heißen Phase des Gesetzgebungsprozesses. Zu diesem Anlass hat Metalle pro Klima in Brüssel eine am 27. September 2016 Abendveranstaltung ausgerichtet, um mit Vertretern der Kommission und des Europäischen Parlaments über das Legislativpaket zu diskutieren.

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Das Circular Economy Paket enthält Vorschläge zur Förderung der Kreislaufwirtschaft, um weitere Potenziale beim Recycling auszuschöpfen. Für den 7. November 2016 wird eine Entscheidung des Europäischen Parlaments darüber erwartet.

Der Metalle pro Klima-Vorsitzende Roland Leder betonte in seiner Eröffnungsrede die herausragende Stellung Brüssels bei den Themen Recycling und Klimaschutz. Er wies darauf hin, dass bei allen nationalen und europäischen Anstrengungen das Klima nur global geschützt werden kann. Daher sind umfassende Maßnahmen zum Schutz vor Carbon Leakage notwendig. „Diese sollen nicht nur die Industrie und die mit ihr verbundenen Arbeitsplätze vor Abwanderung schützen, sondern vor allem das Klima“, stellte Leder klar. In diesem Kontext bereiten ihm die Vorschläge einer Reihe EP-Abgeordneter zur Reform des Emissionshandels große Sorge.

Dr. Matthias Buchert, Bereichsleiter Ressourcen & Mobilität am Öko-Institut, stellte die wichtigsten Ergebnisse der Studie „Klimaschutzpotenziale des Metallrecyclings und des anthropogenen Metalllagers“ vor. In seinem Vortrag machte er deutlich, dass das Metalllager in Deutschland weiterhin deutlich ansteigen wird. Das Recycling dieser Metalle kann zu erheblichen Einsparungen an Treibhausgasen führen. Grund hierfür ist, dass das Recycling von Metallen deutlich weniger Energie benötigt als die Primärerzeugung.

In einer anschließenden Paneldiskussion herrschte Einigkeit darüber, dass das Circular Economy Paket ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist. Ulf Bauer, Vice President der Aurubis AG, konnte anhand der Recyclingmaßnahmen in seinem Unternehmen verdeutlichen, dass Recycling wahrlich in der DNA der Metalle liegt. Besonders wichtig sei jedoch, dass die Verfügbarkeit von Rohstoffen garantiert werde; so Bauer. Hierzu gehört die Vermeidung illegaler Exporte.

Der CDU-Abgeordnete Karlheinz Florenz würdigte die Beweislastumkehr bei Elektroaltgeräten, bei der die Exporteure die Funktionalität der Geräte nachweisen müssen. Aus Sicht von Gwenole Cozigou, Direktor in der DG GROW, sind für die Verhinderung illegaler Exporte vor allem die Mitgliedsstaaten verantwortlich. Gleichzeitig ist eine stärkere Verpflichtung zu Inspektionen erforderlich. Gesine Meißner, Europaabgeordnete der FDP, forderte ambitionierte Ziele, die zugleich wirtschaftlich umsetzbar sind.

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Die Studie des Öko-Institut auf englisch finden Sie hier.