Energieeffizienz als zentraler Pfeiler von Energiewende und Klimaschutz

Veröffentlicht am 27.11.2015 im #COP21-Blog

Deutschland ist als eine der führenden Industrienationen auf eine langfristig sichere, kosten‐ und umweltverträgliche und letztlich auch CO2‐reduzierte/‐freie Energie‐ und Ressourcenversorgung sowie auf Planungssicherheit durch verlässliche staatliche Rahmenbedingungen angewiesen. Eine konsequente Umsetzung der Energiewende bedeutet auch eine geringere Abhängigkeit bei Energieimporten, damit verbunden einen geringeren Kapitalabfluss und führt zu einer Belebung/Stärkung inländischer Wertschöpfung. Dies bietet insbesondere dem Mittelstand enorme Chancen für Wachstum und Beschäftigung

Energieeffizienz wird zentraler Pfeiler

B.A.U.M. begrüßt ausdrücklich die Entscheidung der Bundesregierung, das Thema Energieeffizienz nicht mehr als zweite Säule der Energiewende zu bezeichnen, sondern Energieeffizienz zu dem zentralen Pfeiler, dem Kernziel der Energiewende zu machen (Aussage von Staatssekretär Baake beim dena-Kongress am 16.11.2015).  Wichtig ist aber darüber hinaus eine globale Regelung der Energie- und Klimafrage.

Verbindliche Ziele beim UN-Klimagipfel

Auf der 21. Internationalen Klimakonferenz vom 30. November bis 11. Dezember 2015 in Paris verhandelt die Weltgemeinschaft erneut über ein global verbindliches Klimaschutzabkommen. Die Staats- und Regierungschefs müssen sich in Paris auf ein Abkommen mit verbindlichen Zielen und Maßnahmen einigen. Notwendig ist eine Vereinbarung, die es ermöglicht, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius beziehungsweise 1,5 Grad Celsius begrenzen. Denn bereits bei einem Anstieg von 2 Grad ist mit massiven Folgen für Ökosysteme und Gesellschaften zu rechnen.

Klimafolgen für Unternehmen

Mit diesen Klimafolgen können erhebliche Kosten auch für Unternehmen verbunden sein. Gegebenenfalls sind Produktionsstandorte in Regionen mit vermehrten Extremwetterereignissen mittel- und langfristig durch vermehrte Schäden und eine eventuell nicht mehr mögliche Versicherbarkeit gefährdet. Gemäß einer aktuellen Umfrage von B.A.U.M. bei Unternehmen antworteten rund 55 Prozent auf die Frage „Wie stark beeinflussen die Folgen des Klimawandels schon heute Ihre Geschäftsaussichten?“ mit „merkbar bis sehr stark“.

Zusammenhang zwischen Ressourceneffizienz und Klimaschutz

Mit durchschnittlich 44 Prozent stellen die Materialkosten bereits heute im produzierenden Gewerbe den mit Abstand größten Kostenblock dar. Etwa 20 Prozent der verbrauchten Rohstoffe könnten durch eine effizientere Wirtschafts- und Produktionsweise eingespart werden. Bei den derzeitigen Materialgesamtkosten in Deutschland von 500 Milliarden Euro kommt man so auf ein Einsparpotenzial von 100 Milliarden Euro.

Genau hier setzt das Konzept des ressourceneffizienten Wirtschaftens an. Dabei geht es um eine umweltgerechte Produktgestaltung, die Verbesserung der Produktion, die Einsparung von Material und Energie und damit um Kostensenkung und letztlich um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Erschwerend wirkt sich allerdings aus, dass die Umsetzung von Ressourceneffizienzmaßnahmen oft Eingriffe in den Produktionsprozess erfordert – den Lebensnerv des Unternehmens. Es ist daher besonders wichtig, praxistaugliche und damit überzeugende Antworten auf die Frage zu geben, welche Möglichkeiten es in den Unternehmen gibt, bei gleicher oder höherer Produktivität Energie und Material einzusparen. Dass Effizienzmaßnahmen erfolgreich sind, zeigte auch die aktuelle B.A.U.M.-Umfrage, bei der in 52 Prozent der Fälle die Erwartungen an die Einsparung wie geplant ausfielen und in 28 Prozent der Fälle sogar übertroffen wurden.

Projekt „RessVa“ sorgt für Informations- und Erfahrungsaustausch

Die vom Umweltbundesamt geförderte Veranstaltungsreihe RessVa soll entscheidend dazu beitragen, kleine und mittelständische Unternehmen für den schonenden Einsatz von Ressourcen zu sensibilisieren und anhand erfolgreicher Praxisbeispiele und Erfahrungsberichte von Unternehmensvertretern Wissen und Know-how zu vermitteln. B.A.U.M. ist Mitglied im „Netzwerk Ressourceneffizienz“ und kooperiert bei diesem Projekt unter anderem mit dem VDI Zentrum Ressourceneffizienz.


Martin Oldeland_BAUMeV-001_quadratMartin Oldeland ist Mitglied des Vorstands beim Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management B.A.U.M. e. V.