Metalle pro Klima diskutiert zur Reform des Emissionshandels

23.06.2017

Die Reform des Emissionshandels befindet sich derzeit in der finalen Phase des Gesetzgebungsprozesses. Aus diesem Anlass hat Metalle pro Klima zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Klimaschutzinnovationen im Rahmen des Emissionshandels“ geladen.

Der Emissionshandel ist das wichtigste Klimaschutzinstrument in Europa. Bis zum Jahr 2030 soll es die Treibhausgasemissionen um 40% reduzieren. Diese Vorgabe stellt die Nichteisen-Metallindustrie vor die Herausforderung, in ihren Produktionsprozessen ständig neue CO2-Minderungsmöglichkeiten zu entwickeln. Das ist nur mit Hilfe von Innovationen und Investitionen möglich.

Nickel Institute & Metalle pro Klima

Jürgen Schachler, Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG, stellte das jüngste Innovationsprojekt der Aurubis vor. Durch Wärmeauskopplung können damit rund 8.000 Vier-Personen-Haushalte mit Heizenergie versorgt werden. Er betonte jedoch, dass Innovationen langfristig ausgerichtet seien und die Politik deshalb beim Klimaschutz verlässliche Rahmenbedingungen gewährleisten muss.

„Wir brauchen Planungssicherheit und wollen die Industrie in Europa erhalten“, bestätigte auch Grünen-Abgeordnete Anna-Lena Baerbock. Dies soll durch klare Ansagen in der Klimapolitik erreicht werden. Für Dr. Michael Fuchs, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, ist von größter Bedeutung, dass Klimaschutzziele international gelten.

Derzeit versucht die EU, mit Hilfe von Carbon-Leakage-Schutzregeln eine Abwanderung der energieintensiven Industrie ins Ausland zu verhindern. Damit dies so bleibt,  soll es laut Berthold Goeke, Unterabteilungsleiter im Umweltministerium, keine Degression bei der Strompreiskompensation geben. „Wir setzen uns für eine Strompreiskompensation ohne Einschränkungen ein“, machte Goeke unmissverständlich klar.

Der SPD-Abgeordnete Bernd Westphal betonte, dass man neben den wichtigen Klimaschutzzielen auch das 20%-Ziel für die Industrialisierung in Europa nicht aus den Augen verlieren dürfe. Dem schloss sich Fuchs an und warnte zudem vor einer schleichenden Deindustrialisierung.