Wie Politik und Wirtschaft klimaschonende Mobilität befördern können

17.01.2018

Die Gestaltung klimafreundlicher Mobilität stellt eine große Herausforderung für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sowie für Forschung und Technik dar. Wir müssen sowohl die erforderlichen technischen Innovationen als auch die notwendigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen schaffen. Dies ist nicht nur für den Klimaschutz entscheidend, sondern auch für die Zukunft der Arbeitnehmer und der Unternehmen in allen Branchen, die Mobilität und Produkte für Mobilität anbieten oder nutzen.

Elektromobilität hat das Potential, alle Verkehrssektoren klimafreundlicher zu machen

Auf der Suche nach Alternativen für fossile Kraftstoffe sind die Förderung von Elektromobilität sowie von Wasserstoff und Brennstoffzelle wichtige Ansätze, um unsere klima- und umweltpolitischen Ziele zu erreichen. Mit dem Elektromobilitätsgesetz, der Förderrichtlinie Elektromobilität und dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie (NIP) haben wir bereits wichtige Schritte unternommen.

Elektromobilität sowie Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie sind keineswegs auf den PKW beschränkt. Gerade bei Linienbussen, LKW und innerstädtischen Lieferfahrzeugen hat ihr Einsatz erhebliches Potential.

Bei der Eisenbahn wird Elektromobilität schon seit langem groß geschrieben. Wir haben mit der Bundesverkehrswegeplanung 2030 sowie der Bedarfsplanumsetzungsvereinbarung zwischen Bund und DB wichtige Schritte unternommen, um noch bestehende Elektrifizierungslücken zu schließen. Für nicht elektrifizierte Strecken bieten emissionsarme Hybrid-Züge sowie Züge mit Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie vielversprechende Möglichkeiten für eine Reduzierung von Treibhausgasen. Hier ist eine Ausweitung der Förderung geplant.

Batterie- und Brennstoffzellenantriebe können aber auch im Luftverkehr (z. B. bei der Energieversorgung an Bord) oder in der Schifffahrt (Stromversorgung) wichtige Beiträge für die Verminderung des Ausstoßes von Klimagasen leisten.

Forschung und Entwicklung vorantreiben, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern

Der Erfolg der Energiewende im Verkehrssektor setzt den Ausbau der Infrastruktur für moderne Antriebstechnologien und die Schaffung einheitlicher Standards voraus. Vor allem durch die Förderung der Einrichtung von Lade- und Betankungseinrichtungen kann die Politik hier einen wichtigen Beitrag leisten, aber auch, indem sie auf einheitliche Standards hinwirkt.

Klimaschonende Mobilität erfordert auch, herkömmliche technologische Ansätze zu optimieren, namentlich beim Verbrennungsmotor. Hier müssen wir Motoren effizienter machen, auf moderne und effiziente Kraftstoffe setzen, die Aerodynamik der Verkehrsmittel optimieren und deren Gewicht reduzieren.

Intensivierung und Förderung von Forschung und Entwicklung sind wichtige Voraussetzungen für die beschriebene klimaschonende Mobilität. Hier ist staatliche Förderung notwendig, vor allem aber die Unternehmen müssen hier in die Zukunft investieren.

Industriepolitisch muss es unser Bestreben sein, auch in Zukunft Schlüsseltechnologien für moderne Mobilität in Deutschland zu beherrschen, statt gerade die Bauelemente mit der höchsten Wertschöpfung nur zu importieren. Vor allem im Bereich der Akkumulatoren muss Deutschland verlorene Kompetenz wieder neu aufbauen.

Große Bedeutung von Nichteisen(NE)-Metallen für Klimaschutz

Bei der Reduktion der Emissionen von (Kraft-)Fahrzeugen kommt der Beherrschung von Technologien unter Einsatz von Nichteisenmetallen große Bedeutung zu. Die Nichteisen(NE)- Metallindustrie in Deutschland spielt daher für die Erreichung der Klimaziele eine wichtige Rolle. Auch hier sollten wir bemüht sein, die in dieser Branche vorhandene Kompetenz und Kapazität in Deutschland zu halten und auszuweiten.

Abschließend möchte ich betonen, dass natürlich auch die Gewinnung von Energieträgern wie Strom und Wasserstoff sowie von Rohstoffen wie Metallen den Anforderungen an eine klimaschonende und nachhaltige Herstellung gerecht werden muss.


Martin Burkert

Mitglied des Deutschen Bundestages, SPD Fraktion

Vorsitzenden des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur