Wie sieht die klimafreundliche Mobilität von morgen aus?

09.05.2018

Der Mobilitäts- und Verkehrsbereich steht vor großen Herausforderungen. Einerseits wird der Verkehr allen Prognosen nach weiter wachsen. Dies gilt für den Personen- als auch gerade für den Gütertransport. Andererseits muss der Verkehrssektor einen größeren Beitrag zum Klimaschutz und zur CO2-Reduktion leisten und auch die vielerorts noch zu hohen Stickoxid- und Feinstaubwerte erfordern weiteres Handeln. Dies kann nur gelingen, in dem wir die Mobilität der Zukunft weiter tatkräftig voranbringen. Dafür brauchen wir z. B. einen Ausbau eines leistungsfähigen ÖPNV-Angebots, vor allem in unseren Ballungsräumen. Doch gerade auch die Individualmobilität wird in Zukunft eine nicht minder wichtige Rolle einnehmen.

Die Mobilitätsbedürfnisse in unserer modernen, vernetzten Wissensgesellschaft sind heute hochgradig individuell und flexibel. Dies wird sich auch in Zukunft verstärken. Die Frage ist also, wie wir den Individualverkehr nachhaltig gestalten können. Alternative Antriebe, allen voran die batterieelektrische Mobilität, aber auch die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie und gasbasierte Antriebe bieten hier viele Potenziale. Letztere vor allem im Transport- und Schwerlastverkehr, wo reine batterieelektrische Fahrzeuge auf absehbare Zeit keine Alternative darstellen. Auch bei anderen Verkehrsmitteln wird die Elektrifizierung weiter vorangetrieben, vom batterieelektrischen Fahrrad bis hin zum Wasserstoff-Zug auf nicht elektrifizierten Bahnstrecken.

Auch wenn wir heute noch nicht sagen können, welche Technologie sich am Ende durchsetzen wird, so wollen wir von Seiten der Politik all diese Ansätze bestmöglich unterstützen. Für eine technologieoffene Förderung ist ein flächendeckender Aufbau der notwendigen Infrastrukturen unabdingbar. So treiben wir den Aufbau von Ladesäulen voran und auch den Aufbau eines Netzes von Wasserstofftankstellen. Zudem wollen wir die Wettbewerbsfähigkeit dieser Technologien stärken. Wir haben bereits viele Maßnahmen, von steuerlichen Vorteilen, über die Kaufprämie bis hin zu Bevorrechtigungen im Straßenverkehr, für Elektrofahrzeuge auf den Weg gebracht. In den kommenden Jahren wollen wir gezielt innerstädtische Flotten wie Taxen, Behördenfahrzeuge oder Lieferdienste in den Fokus nehmen und Fördermöglichkeiten für einen Umstieg auf alternative Antriebe schaffen.

Auch die Digitalisierung bietet viele Chancen, individuelle, flexible Mobilität und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Durch digitale Angebote lassen sich intermodale Verkehrsketten verwirklichen und selbstfahrende, autonome Shuttle könnten irgendwann eine Mobilität On-Demand bieten und somit öffentlicher Verkehr und Individualverkehr langfristig verschwimmen. Noch sind wir nicht so weit, aber schon heute zeigen Carsharing-Anbieter und andere innovative Konzepte, wie sich auch unsere Mobilität durch die Digitalisierung tiefgreifend verändern wird. Innovationen sind dabei der Schlüssel zum Erfolg.

Viele der technologischen Innovationen sind ohne Nichteisenmetalle undenkbar. Schon heute sind diese Metalle in vielen Bereichen eines Fahrzeugs verbaut. In Zukunft werden sie eine noch wichtigere Rolle einnehmen, sei es in der Produktion von Batterien, zur Reduktion des Fahrzeuggewichts und auch als elementarer Bestandteil für die technologische Basis vieler digitaler Anwendungen. Automobile der Zukunft werden mehr und mehr Hightech-Produkte sein.

Dabei müssen wir aber sicherstellen, dass die Umweltbilanz dieser Fahrzeuge wirklich besser ist, als die herkömmlicher Automobile. Sonst verlagern wir das Problem der Emissionen nur aus der Stadt in die Kraftwerke. Die Energie für die Mobilität von Morgen muss so weit wie möglich aus erneuerbaren Energien oder alternativen Kraftstoffen kommen. Die Produktion muss möglichst ressourcenschonend stattfinden und auch dem Recycling, gerade auch der wertvollen Nichteisenmetalle und anderer Komponenten kommt dafür eine immer größere Bedeutung zu.

 

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Steffen Bilger

Parlamentarischer Staatssekretär

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur