Zurück in die Zukunft – Der Metallhandel als bedeutendes Zwischenglied bei der Versorgung mit wertvollen Sekundärrohstoffen

15.11.2016

In einem rohstoffarmen Land wie Deutschland kommt der Versorgung der Industrie mit Schrott eine wichtige Rolle zu. Die Rückgewinnung und Wiederverwertung der Metalle schont Ressourcen und leistet einen wichtigen Beitrag, den Anstieg an Treibhausgasen zu begrenzen. Der Metallhandel agiert dabei als Zwischenglied zwischen der Erfassung und dem Einschmelzen dieser Schrotte.

Der Metallhandel ist Wegbereiter und Motor der Kreislaufwirtschaft

Am Ende der Nutzung – sei es im Bauwesen, dem Verkehr oder der Verpackung – gilt es, die Metalle im Kreislauf zu halten. Das beginnt bei der Erfassung und endet bei den Schmelzhütten, die aus den Schrotten neue Produkte herstellen. Doch zwischen Annahme von Schrotten und der Schmelze spielt sich viel ab: Bevor das Altmaterial schließlich eingeschmolzen und zu neuen Produkten verarbeitet werden kann, durchläuft es vielfach eine mechanische Aufbereitung – es wird geschreddert, sortiert, kompaktiert, entlackt und von den Schadstoffen getrennt. Stellt sich die Frage, wem der „Verdienst“ der Emissions- und Energieeinsparpotenziale zugesprochen wird. Der Metallhandel ist Wegbereiter und Motor der Kreislaufwirtschaft der metallischen Rohstoffe. Das Wissen über die Menge, Spezifizierung und Verortung der Metalle ist das Know-how der VDM Unternehmen. Handels- und Recyclingbetriebe arbeiten Hand und Hand bei der fachgerechten Erfassung und Aufbereitung der Altmetalle. Schrotte und andere metallische Rückstände werden nicht zu Müll. Spezialbetriebe arbeiten metallhaltige Rückstände wie Aschen, Stäube, Schlacken, Schlämme und Krätzen zum Wiedereinsatz auf oder gewinnen Metalle durch Einschmelzen zurück. Kurzum: Dem Handel kommt die Rolle zu, den Schrott zum richtigen Zeitpunkt in der benötigten Zusammensetzung und Qualität am gewünschten Ort bereitzustellen.

In einem Mobiltelefon stecken rund 60 verschiedene Rohstoffe

Beispiel E-Schrott Recycling: Es gibt viele Gebrauchsgüter, in denen sich wichtige Metalle verstecken. Allein beim Gang durch ein Wohnhaus begegnet einem immer wieder Metall: Die Klingel, der Türöffner, die Gegensprechanlage, die Alarmanlage, der Rollladenmotor und seine Steuerung, Lichtschalter und Dimmer, dazu Lampen mit Bewegungsmeldern, die Telefonanlage, TV-Geräte, die Heizung und Warmwasserbereitung und deren Steuerungen, auch die Wasch- und Spülmaschine, die modernen Smart Meter für Strom und Wasser und schließlich die Photovoltaikanlage auf dem Dach – all diese Gegenstände würden ohne Metall nicht funktionieren. Das Handy ist nur beispielhaft für die Elektronik, die uns im Alltag umgibt. Allein in einem Mobiltelefon stecken zahlreiche Elemente aus dem Periodensystem. Etwa 60 verschiedene Rohstoffe findet man in jedem Handy – ca. 30% davon sind Metalle. Pro Gerät sind das etwa neun Gramm Kupfer, 3,6 Gramm Kobalt, 150 Milligramm Silber, 4 Milligramm Gold und 5 Milligramm Palladium. Auf den ersten Blick nicht viel, doch die Masse macht’s: 2010 lagen in Deutschland rund 60 Millionen Handys unbenutzt in Schubladen, während ihre Besitzer schon längst mit dem neuesten Modell telefonierten. Anfang des Jahres 2013 lag die Zahl bereits bei 86 Millionen. Damit übersteigt die Zahl der nicht mehr benutzten Mobiltelefone in Deutschland mittlerweile die der Einwohner. Und allein mit diesen Handys horten die Verbraucher einen Schatz, der insgesamt aus etwa 2 Tonnen Gold, 12 Tonnen Silber und 750 Tonnen Kupfer besteht. Der Materialwert dieser Handys wird auf 65 – 83 Millionen Euro geschätzt. Insgesamt ist das bisher ungenutzte Potential an Ressourcen in diesem Bereich hoch. Nach dem „Global E-waste Monitor“ der United Nations University vom April 2015 wird das 2014 aufgekommene E-Schrott Volumen weltweit auf 41,8 Mio. Tonnen geschätzt. Tendenz steigend.

 

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Ralf Schmitz

Hauptgeschäftsführer

Verband Deutscher Metallhändler e. V.