Metallrecycling ist nachhaltig

05.12.2012

Die Recyclingwirtschaft ist eine der Säulen für die Rohstoffversorgung des Industrielandes Deutschland. Das am Standort Lünen entwickelte Kayser Recycling System (KRS) steht beispielhaft für Sekundärkreisläufe zur anteiligen Sicherung der Kupferversorgung. In Lünen werden kupferhaltige Sekundärrohstoffe umweltschonend und energiesparend recycelt. Das Kayser Recycling System ist sowohl zum Einsatz von Recyclingmaterialien mit geringeren Kupfer- und Edelmetallgehalten als auch von sehr komplexen Materialien wie Elektro- und Elektronikschrotten entwickelt worden. KRS-Plus, die 2011 erweiterte Recyclinganlage der Aurubis AG, zählt zu einem der von Metalle pro Klima präsentierten Best Practice-Beispiele der Nichteisen(NE)-Metallindustrie, die zur Reduzierung der CO2-Emissionen und Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz beitragen.

Ohne die modernen Werkstoffe der NE-Metallindustrie am Anfang der Wertschöpfungskette funktioniert die Infrastruktur des Industrielandes Deutschland nicht. Sie bilden die Basis für neueste Technologien und machen die industrielle Stärke aus, die uns durch die Krise gebracht hat.

 

 

Die Multi-Metal-Recycling-Strategie der Aurubis AG ist darauf ausgerichtet, durch die Optimierung des Metallrecyclings einen Beitrag zur Rohstoffversorgungssicherheit zu leisten. Der Vorstandsvorsitzende der Aurubis AG, Peter Willbrandt erklärte: „Die ressourcenschonende Metallerzeugung und das Grundprinzip der Ressourceneffizienz ist angesichts weltweiter Rohstoffknappheit einer der Megatrends der Industriepolitik. Die Gewinnung von Rohstoffen aus Sekundärkreisläufen bildet bereits heute eine tragende Säule der Rohstoffversorgung der Industrie in Deutschland und Europa, auch wenn sie auf absehbare Zeit nicht ausreichend sein wird, den Kupferbedarf in Europa allein zu decken.“

Die sehr komplexen Sekundärrohstoffe enthalten neben Kupfer andere wertvolle Metallfraktionen, von denen viele durch neueste Technologie in der Lüner Anlage zurück gewonnen werden können. Die Rohstoffstrategien von Bundesregierung und EU zur Ressourcenschonung und zur Sicherung der Rohstoffversorgung der europäischen Industrie fußt in wesentlichen Teilen auf Metallrecycling. „Denn Kupfer bleibt Kupfer und kann beliebig oft ohne Qualitätsverlust recycelt werden.“ sagt der Bereichsleiter Recycling der Aurubis AG, Volker Pawlitzki.
Recycling erfolgt bei Aurubis je nach Zusammensetzung der Ausgangsstoffe über unterschiedliche Verfahrenswege. Dies ermöglicht eine wirtschaftliche und umweltschonende Verarbeitung einer besonders großen Bandbreite von Materialien. Neben Kupfer werden Edelmetalle, Nickel, Zinn, Blei und Zink als Begleitprodukte gewonnen. Der flexible Einsatz immer komplexerer Sekundär-Rohstoffe sowie eine stetige Steigerung der zurückgewonnenen Menge an Metall– das ist die Strategie des Multi-Metal-Recyclings bei Aurubis und verbindet Ressourcen- und Energieeffizienz.

„Das Multi-Metal-Recycling bei Aurubis ist angefangen vom Elektronikschrott bis hin zu industriellen Reststoffen als umweltschonendes und energiesparendes Recycling ein wesentlicher Nachweis von Nachhaltigkeit in der Wertschöpfung.“ sagt Dr. Franz-Josef Westhoff, Werksleiter am Standort Lünen.

Das 2002 in Betrieb genommene Kayser Recycling System mit einem Badschmelzofen wurde 2011 durch einen Rotationskonverter (TBRC) erweitert. Die Trennung der Prozessschritte ermöglicht eine zusätzliche Verarbeitungskapazität von bis zu 100.000 Tonnen niedrigkupferhaltiger Rohstoffe pro Jahr.

Die Herausforderung der Prozessoptimierung besteht darin, bei deutlich steigendem Aufwand für Logistik, Probenahme und Materialvorbereitung den Energieinhalt der Ausgangsstoffe aus metallischen und organischen Komponenten möglichst vollständig zu nutzen.

Im Zeitraum 2005 bis 2011 konnte der spezifische Bedarf an Primärenergie je Tonne Rohstoffeintrag um 25 Prozent gesenkt werden. Im gleichen Zeitraum wurden fast 40 Prozent mehr Recyclingrohstoffe eingesetzt. Hierbei konnten die direkten CO2-Emissionen je Tonne Recyclingrohstoffeintrag um 13 Prozent reduziert werden.

„Das ist ein bemerkenswertes Ergebnis, weil die Kupferproduktion nahezu konstant geblieben ist, der Anteil an niedrigkupferhaltigen Rohstoffen aber deutlich zugenommen hat.“ erklärte Peter Willbrandt abschließend.